Unser Projekt

Das Projekt

Wir sind eine bunte Gruppe von Frauen und Männern aus dem Freiburger Raum zwischen ca. 50 und 80 Jahren und haben uns zusammengetan, um ein gemeinsames Lebens- und Wohnprojekt auf die Beine zu stellen. Es geht um die Verknüpfung eines neuen Lebensabschnittes mit der Perspektive, gemeinsam alt zu werden. Damit meinen wir, uns gegenseitig zu unterstützen und einen anregenden und sinnvollen Lebensabend miteinander zu verbringen.

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Mit den gegebenen Perspektiven sind wir nicht zufrieden. In einem respektvollen Umgang miteinander suchen wir Wege, die es ermöglichen, die eigene Identität zu bewahren, weiterhin zu gestalten und zu entwickeln. Auch bei eingeschränkter Selbständigkeit. Eine von uns gewünschte Lebensweise im Alter sehen wir unter den momentanen Bedingungen gefährdet, zumal für viele von uns niedrige Renten zu erwarten sind. Finanzielle Einschränkungen oder ein fehlender familiärer bzw. sozialer Hintergrund verhindern oft gesellschaftliche Teilhabe und können zu Rückzug und Vereinsamung führen.

Da reden wir noch mit…

Deshalb gehen wir unseren eigenen Weg, unser Leben in unserem Sinne zu gestalten. Und wir bringen reichlich Erfahrungen mit, die uns – zusammen mit Ideen und Fantasie – handlungsfähig halten. Wir haben unterschiedliche Erfahrungen in alternativen Wohn- und Lebensformen gemacht. Was uns verbindet, ist ein vielseitiges politisches, soziales und kulturelles Engagement.

Unser Ideal, für eine menschenfreundlichere Welt einzutreten, werden wir auch im Alter nicht aufgeben. Vor diesem Hintergrund steht unser Ziel, ein Wohnprojekt für eine alternative Lebensform im Alter zu gründen. Jetzt, noch bei guten Kräften… Wenn diese nachlassen, verschiedene körperliche oder psychische Einschränkungen aufkommen, wollen wir nicht hilflos vereinzelt sondern gemeinsam unterstützend sein.

 

Gemeinsam sind wir immer noch stärker – Die Gruppe als Unterstützersystem

Eine gemeinsame Lebens- und Wohnmöglichkeit schaffen heißt, eine Kultur gegenseitiger Anteilnahme zu leben. Dies bedeutet, füreinander zu sorgen – genau in dem Maße und in der Art und Weise, wie es jede*r für sich selbst will. Das Ziel ist ein selbstbestimmtes und geborgenes Leben, eigenverantwortlich und solidarisch. Auch, wenn sich die Fähigkeiten und Bedürfnisse verändern sollten. Unsere vielseitigen Kompetenzen wollen wir erhalten, herausfordern und stärken, um handlungsfähig zu bleiben. Ein aktives Alter hat nichts mit der neuen gesellschaftlich propagierten Rolle des junggebliebenen „silver surfer“ zu tun. Aktives Alter ist für uns ein Prozess des ehrlichen, sensiblen Abwägens von Wollen und Können, von selbstverantwortlich bleiben und Hilfe annehmen, von dabei sein wollen und dem Genießen von Entschleunigung. Wir helfen uns bei Haushalt, Einkauf, Behördengängen – kurz bei den Dingen des täglichen Lebens vom Papierkram über die Essenszubereitung bis zur gemeinsamen Fahrzeugnutzung.

Angestrebt wird, so lange wie möglich zusammen wohnen zu können. Auch bei alters- oder krankheitsbedingten Gebrechen und bei Demenzerkrankungen wollen wir ein Teil unserer Gemeinschaft bleiben. Die Bereitschaft zum gegenseitigen Helfen beinhaltet auch das Organisieren verschiedenster professioneller Pflegekräfte und Dienstleistungen (siehe auch unser konzept). Die Auseinandersetzung mit dem Sterben, der Trauer und dem Abschiednehmen ist dabei selbstverständlich mit eingeschlossen.

Der Weg ist genauso wichtig wie das Ziel – mit- und voneinander lernen

Wir als Gruppe wollen lernen, miteinander handlungsfähig zu sein, um dieses großartige Projekt zu realisieren. Irgendwann einmal bringen wir nicht nur unsere Möbel ins Haus, sondern vor allem uns selbst. Deshalb wollen wir von Anfang an darauf achten, die eigenen Befindlichkeiten und die der Anderen ernst zu nehmen. Unsere Arbeitsweise soll basisdemokratisch organisiert sein. Das heißt, alle haben das gleiche Mitsprache- und Stimmrecht. Im Haus werden gemeinschaftliche Räume eine große Rolle spielen. Sie bestärken das Zusammenleben sowohl nach innen als auch nach außen und sollen für Feste, Veranstaltungen, Vorträge, Musik, Treffen und gemeinsame Mahlzeiten einen Rahmen bieten. Wichtig wird die Entwicklung von Strukturen sein, die die Aufgabenverteilung im Haus regeln und ohne Starrheit oder Bürokratismus Verantwortung einfordern, aber auch auf individuelle Bedürfnisse, Fähigkeiten und Einschränkungen Rücksicht nehmen.

Die ausgewogene Verteilung von gemeinschaftlichen Aufgaben ist ein Grundpfeiler unseres Projektes. Selbstorganisation heißt aber nicht, dass wir alles selbst machen müssen, sondern auch, dass wir entscheiden, wann und wie wir Unterstützung organisieren.

Das wird unser Haus

Unser Projekt orientiert sich am Modell des Mietshäuser Syndikats Freiburg. Wir wollen kein privates Wohneigentum schaffen, sondern günstigen Wohnraum, der auf Dauer erhalten bleibt. Das Haus wird damit für künftige Generationen als Projekt für selbstbestimmtes Wohnen bestehen bleiben – das verstehen wir unter Nachhaltigkeit. Ob Alt-oder Neubau – jedenfalls werden wir dabei ökologisches Bauen und Fragen der Baubiologie berücksichtigen. Wir streben gleiche Miete für alle an. Ein solidarischer Ausgleich, je nach Einkommen, ist erstrebenswert.

Wir haben beschlossen, ein Zusammenleben von zwei Generationen zu realisieren und das Haus vor dem Hintergrund einer weitgehenden Pflege zu konzipieren. Möglich sind verschiedene Lebensformen: von der Singlewohnung bis zur Wohngemeinschaft. Bei der Planung wird berücksichtigt, dass sich die Wohnbedürfnisse ändern. Auf diese Veränderungen soll reagiert werden können.

Nach dem momentanen Planungsstand werden 1-2 und 3- Zimmerwohnungen entstehen. Alle Räume werden barrierefrei und damit alters- und rollstuhlgerecht sein. Je nach Baugrundstück ist ein Haus mit 3 bis 4 Etagen vorstellbar – natürlich mit Aufzug. Es wird angestrebt, dass jede Wohnung entweder Zugang zu einer Gartenterrasse hat oder über einen eigenen Balkon verfügt. Sehr schön wäre ein gemeinsamer Garten. Im Erdgeschoss könnte ein Gemeinschaftsraum mit Küche entstehen. Dabei müssen fantasievolle Lösungen gefunden werden, da jeder Quadratmeter mehr auch die Gesamtkosten erhöht.

Ziel ist: Flächensparende, klare und möglichst flexible Grundrisse, die den individuellen Bedürfnissen nach Raumnutzung, nach Privatsphäre und Geborgenheit gerecht werden.Wir legen auf eine altengerechte Infrastruktur wert, mit guter Verkehrsanbindung. Ein Café – fußnah – wäre schön.